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Motovun - Istrien

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Kultur- und Geschichtsstätte Motovun - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Ekaterina Polischuk – Lizenz: s.u.



Überblick

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun - venezianischer Brunnen am Andrea Antico Platz - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Szeder László - Lizenz: s.u.



Die Stadt Motovun liegt in Zentralistrien auf einer Anhöhe, die das Tal des Flusses Mirna überragt. Sie entstand an der Stelle einer prähistorischen Höhensiedlung. Im Mittelalter wechselten die feudalen Herrscher, und die Stadt genoss eine gewisse Autonomie. Von 1278 bis 1797 stand sie durchgehend unter venezianischer Herrschaft. Die architektonischen Hinterlassenschaften aus dieser Zeit sind sehr beeindruckend und machen den Reiz der alten Stadt auf Bergeshöhe aus- kurzum, eine romantische Reise in die Vergangenheit. Allein die Lage von Motovun ist einzigartig und verspricht dem Besucher wunderbare Augenblicke und die Erkundung einer Stadt, die bis heute ihren Charakter bewahren konnte.





Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun - Loggia am Josef-Ressel-Platz - Foto: Wikimedia Commons - Autor: László Szeder – Lizenz: s.u.


Was gibt es zu sehen und zu erfahren?

Bereits bei der Anfahrt ist die auf einer Höhe von 277 Meter liegende Stadt bereits von Weitem zu sehen. Man freut sich bereits jetzt, diese Stadt zu erkunden und zu erforschen. Am äußersten Rand des Platzes Andrea Antico befindet sich eine von den Venezianern errichtete städtische Loggia aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde als Belvedere errichtet und bietet auch heute noch einen Blick auf das Tal des Flusses Mirna. Die Ostseite des Platzes wird von einem großen städtischen Palast eingenommen, dessen Mauern mit Überresten romanischer Zwillingsfenster aus dem 13. Jahrhundert geschmückt sind. Weiter im Stadtzentrum befindet sich ein weitläufiger Hauptplatz mit einem Stadtturm, der an seinem oberen Abschluss eine gezinnte Brüstung mit romanisch-gotischen Elementen aus dem 13. und 14. Jahrhundert aufweist.


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun, Platz Trg Andrea Antico; links die Kirche des Heiligen Stephanus (des Erzmärtyrers), Istrien, Kroatien - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Olgierd Rudak – Lizenz: s.u.


Es sind weitere Tore vorhanden und auch die Stadtbefestigung ist auch heute noch begehbar, mehrere Brunnen mit steinernen Wasserspeiern aus dem 14. und 15. Jahrhundert sind zu sehen, verschiedene Paläste, und nicht zuletzt mehrere Kirchen, wovon die St. Stefanskirche die größte und interessanteste ist. Es sind mehrere hervorragende gastronomische Betriebe vorhanden und ein Firstclass Hotel, das im ehemaligen Polesini Palast (Hotel Kaštel) untergebracht ist. In der näheren Umgebung befinden sich mehrere Weinkellereien, die für ihre herrausragenden Qualitäten bekannt sind und deren Produkte zu den Spitzenerzeugnissen der istrischen Halbinsel zählen.

Weiterhin gibt es u.a. Souvenirshops, die u.a. auch auf die Produkte aus Istrien setzen- hier nicht zuletzt auf den Wein und Trüffelprodukte.


Motovun

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Äußeres Stadttor (Toranj novih vrata) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Maesi64 (CCO)


Motovun
(italienisch: Montona) ist eine Stadt im Norden Istriens, die somit im Westen Kroatiens liegt. Sie erhebt sich 277 Meter über dem Meer auf einem steilen, isolierten Hügel über dem Tal der Mirna.

Das historische Städtchen zählt heute etwa 500 Einwohner; gemeinsam mit den Siedlungen Brkač/Bercaz, Kaldir/Caldier und Sveti Bartol/San Bartolo zählt sie 912 Einwohner (gemäß Volkszählung 2021), die hauptsächlich von Tourismus, Weinbau und Landwirtschaft leben.

2011 zählte Motovun 1004 Einwohner. [1]


Geschichte Motovun

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Panoramaansicht von Motovun/Montona - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Arne Müseler - Lizenz: s.u.


Die Gegend um Motovun/Montona war früh besiedelt. Vorrömischen Völkern diente der Hügel als Fluchtburg. Zur Zeit der Römer nannte sich die Siedlung „Montana“, ähnlich wie sie heute noch im Italienischen heißt. Nach dem Niedergang des weströmischen Reichs gegen Ende des 5. Jahrhunderts war Montona Teil des Byzantinischen Reichs, zeitweise stand die Stadt unter dem Einfluss der Langobarden, dann der Franken.

Vom 10. bis ins 13. Jahrhundert stand die entstehende Stadt abwechselnd unter der Herrschaft der Bischöfe von Poreč/Parenzo, bzw. der Patriarchen von Aquileia. Im Jahr 1278 kam Montona in venezianischen Besitz, in dem es bis zum Ende der venezianischen Republik im Jahr 1797 verblieb. [1]


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun - Ausblick während Mauerspaziergang entlang der Stadtmauer - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Michael J. Zirbes - Lizenz. s.u.


Nach der Selbstauflösung der Republik Venedig im Jahr 1797 und durch die Gründung des Königreich Italiens im Jahr 1805 geriet Motovun/Montona – wie ganz Istrien – unter die Herrschaft von Kaiser Napoleon. Beim Wiener Kongress 1815 wurde die Region Illyrien den Habsburgern unterstellt.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte die Region Istrien durch den Vertrag von Saint-Germain einige Jahre zu Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Istrien und somit Motovun/Montona ein Teil von Jugoslawien. In der Folge verließ die – überwiegend italienische – Bevölkerung die Stadt. [1]


Sehenswürdigkeiten

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Wanderweg nach Motovun - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Jernej Furman from Slovenia - Lizenz: s.u.


Die venezianische Herrschaft gab Motovun/Montona das heutige architektonische Gepräge. Die Stadt ist ein kultur- und architekturgeschichtlich bedeutsames Ensemble. Sie ist zur Gänze von einem um 1300 erbauten inneren und einem im 16. bis ins 17. Jahrhundert errichteten, äußeren Mauerring mit Wehrtürmen und Stadttoren umgeben. Unter der Festung entstand eine Vorstadt.

Von der Ebene der Mirna/Quieto hinaufkommend, auf der Höhe der Friedhofskirche St. Margaretha (Crkva Sv. Margerite), erbaut im Jahr 1818, steht der Besucher am Beginn der Gradiziol (auch Stjepana Beletića genannt), einer schmalen mit unebenen Steinplatten belegten engen Gasse, entlang der während der Tourismussaison mehrere Geschäfte ihre lokalen Produkte (Olivenöl, Weine, Trüffel) zum Kauf anbieten. [1]


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Stadttor „Heilige Jungfrau Maria“ (Vrata Blažene Djevice Marije; Porta della Madonna) in Motovun/Montona, Istrien - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Maesi64 (CCO)


Gleich zu Beginn dieser zum inneren Stadtkern hinaufführenden Gasse steht die Kirche der Serviten der Heiligen Jungfrau Maria (Crkva Blažene Djevice Marije dei Servi) aus dem Jahre 1585.

Durch den im 14. Jahrhundert errichteten Renaissance-Stadtturm (Toranj novih vrata) führt das doppelte äußere Stadttor, geschmückt mit den Wappen bedeutender Patrizierfamilien, auf den äußeren Platz (Piazza de Soto, heute Trg Josef Ressel) zwischen den beiden Mauerringen. Hier befindet sich an die westliche Stadtmauer angelehnt die im 17. Jahrhundert errichtete Stadtloggia. Ein weiteres Stadttor, das gotische Innere Stadttor (Vrata kaštela), führt hinauf auf den Hauptplatz. [1]


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Stadttor in Motovun - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Georges Jansoone JoJan - Lizenz: s.u.


Der Platz zwischen den beiden Stadttoren dient heute vor allem als Gartenterrasse dreier Gaststätten. Nach Westen mit Blick über die Stadtmauer hinaus bietet sich eine Aussicht hinunter ins Mirnatal. Auf der Ostseite des Platzes, zwischen den beiden Stadttoren, thront die Westfassade des Podestà-Palasts. Dieser Kommunalpalast gilt als eines der größten weltlichen Gebäude Motovuns aus der damaligen Zeit.

Der große Hauptplatz Trg Andrea Antico, benannt nach dem in Motovun/Montona geborenen Komponisten Andrea Antico, mit dem Gebäudeensemble aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, wird von einem zinnengekrönten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert überragt. Der freistehende Glockenturm gehört zur dreischiffigen St. Stephanskirche (Sveti Stjepan) aus dem frühen 17. Jahrhundert, erbaut nach Plänen des venezianischen Architekten Andrea Palladio oder eines seiner Schüler. Auf der Westseite des Platzes, gegenüber der Stephanskirche, befindet sich die Ostfassade des Kommunalpalastes (Podestà Palast). [1]


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun - Rialtostraße, Kirche St. Johannes der Täufer - Foto: Wikimedia Commons - Autor: László Szeder – Lizenz: s.u.


Am nördlichen Ende des Platzes, vor dem Basiliscos Haus, befindet sich ein im 15. Jahrhundert erbauter, von einem Stadtwappen gezierter Brunnen mit Zisterne.

Der Polesini-Palast, angrenzend an den südlichen Teil des Platzes, dient heute als Hotel. Der Brunnen vor dem Hotel aus dem Jahr 1330 trägt das älteste Stadtwappen des Ortes sowie eine Darstellung des venezianischen Löwens.

Im südlich gelegenen Bereich Motovuns/Montonas, inmitten der beiden Stadtmauern, befinden sich mit der Crkva Sv. Ciprijana (auch Sv. Antun Padovanski), erbaut im 15. Jahrhundert, sowie der Crkva Sv. Ivana Krstitelja ili Vratiju Blažene Djevice Marije, erbaut im Jahr 1520, zwei weitere Gotteshäuser. [1]


Brauchtum und Wirtschaft

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Ausblick von der Stadtmauer in Motovun - Foto: Wikimedia Commons - Autor: ChrisV - Lizenz: s.u.


Motovun/Montona gilt als die Stadt des Veli Jože (deutsch „Großer Sepp“), eines gutmütigen Riesen, der als Sagenfigur überregional bekannt ist und vielfältige literarische Bearbeitung, so unter anderem vom kroatischen Dichter Vladimir Nazor, erfahren hat.

Seit dem Jahr 1999 findet das Motovun Film Festival in Freilichtkinos statt.

Die Rieden an den Hängen von Motovun/Montona liefern in manchen Jahren einen sehr guten Rotwein, den Motovunski Teran. [1]


Der Wald von Motovun

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun – Waldrand am Stadtrand, nordwestlich des Zentrums - Foto: Wikimedia Commons - Autor: László Szeder – Lizenz: s.u.


Unterhalb von Motovun/Montona, entlang der Flüsse Mirna und Botonega, erstreckt sich der Wald von Motovun, eine der bekanntesten Fundstellen der begehrten Weißen Trüffel (Tuber magnatum Pico) in Istrien. Das Tal der Mirna mit dem Wald von Motovun erstreckt sich 25 Kilometer von Ost nach West und hat eine Breite von 1 bis 1,5 Kilometer. Es bildet sich im Tal häufig Nebel, und der Wald selbst wird periodisch überschwemmt oder hat hoch anstehendes Grundwasser, welches zur Versumpfungen führt.

Der Wald wächst auf epigleyischen (Vergleyung nahe der Oberfläche) Mineralkarbonatböden. Der Wald ist ein submediterraner Eichen-Hainbuchenwald mit den Charakterarten Stieleiche (Quercus robur), Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia), Feldulme (Ulmus minor). [1]


Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Motovun - Pappelwald am Rande der Stadt - - Foto: Wikimedia Commons - Autor: László Szeder – Lizenz: s.u.


Dieser Waldtyp ist nur noch an drei Orten im mediterranen Raum erhalten. Die Republik Venedig und Österreich-Ungarn nutzten das Holz, wodurch der Wald als solcher erhalten blieb und nicht in Ackerland umgewandelt wurde, was sonst üblich ist für Karsttäler. Im Jahr 1963 wurden 275 Hektar vor der Mirnaschlucht Richtung Buzet unter Schutz gestellt. Nach 1974 wurde die Mirna begradigt und eingedeicht. Mittlerweile ist die Ulme aufgrund des Ulmensterbens stark reduziert, und der Bodenwasserhaushalt wird gestört durch den Bau der Straße, die Begradigung der Mirna und des Botonega sowie durch den Staudamm im Botonega-Tal.

Heute ist der westliche Teil feuchter als der östliche und ist von jungen Eschen dominiert. Im östlichen Teil dominieren Stieleiche und Schmalblättrige Esche, und die Hainbuche (Carpinus betulus) kommt vor. Die Trüffelsuche ist eine Hauptnutzung des Waldes. [1]


Tipps:



Weitere touristische Informationen:

Tourismusverband Stadt Labin-Rabac

Aldo Negri 20
HR-52220 LABIN

KROATIEN


Telefon: ++385 (52) 855 560;

Fax: ++385 (52) 854 886;

E-Mail: tzg.labin@pu.htnet.hr

Internet: https://www.rabac-labin.com/de


Fotos aus Motovun



Quellenangabe:

Motovun - Istrien
Motovun - Istrien Inneres Stadttor (Vrata kaštela) - Foto: Wikimedia Commons - Autor: Maesi64 (CCO)


1.:
Die Informationen zur Geschichte der kroatischen Stadt Motovun in Istrien basieren auf dem Artikel Motovun (Stand vom 21.06.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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