Kanfanar
Überblick
Kanfanar (italienisch: Canfanaro) ist eine kleine Gemeinde in der Gespanschaft Istrien in Kroatien. Die Gemeinde Kanfanar liegt etwa 281 Meter über dem Meeresspiegel, ungefähr 20 Kilometer östlich von Rovinj bzw. 30 Kilometer nördlich von Pula, an der Autocesta 9 (Autobahn). Im Gemeindegebiet von Kanfanar sind zahlreiche Ferienunterkünfte vorhanden- von der Zimmervermietung bis zu Ferienhäusern (teilweise mit Swimmingpool) und Ferienwohnungen.
Das Kanfanarer Gemeindegebiet grenzt im Norden an die Gemeinde Tinjan, im Osten an Žminj, im Südosten an Svetvinčenat, im Süden an Bale und im Westen an die Stadt Rovinj. [1]
Gliederung
Die Gemeinde Kanfanar besitzt etwa 1540 Einwohner und besteht aus den 22 Ortschaften, Dörfern und Weilern Barat, Brajkovići, Bubani, Burići, Červari, Draguzeti, Dubravci, Jural, Kanfanar, Korenići, Kurili, Ladići, Marići, Maružini, Matohanci, Mrgani, Okreti, Pilkovići, Putini, Sošići, Šorići und Žuntići.
Kanfanar und sein Umland sind vom Mittelmeerklima mit subtropischen Eigenschaften geprägt: Die Sommer sind heiter, sonnig und warm, die Winter mild.
Die Vegetation ist typisch mediterran und besteht hauptsächlich aus Waldgemeinschaften mit orientalischen Hainbuchen und Flaumeichen. [1]
Geschichte
Das Gebiet war bereits in vorgeschichtlicher Zeit, in der Römerzeit und im Mittelalter besiedelt. Der Ortsname wurde erstmals im Jahr 1096 in einer Urkunde des Patriarchen von Aquileia erwähnt. Besonders bekannt ist das benachbarte, heute als Ruine erhaltene Dvigrad, das im 17. Jahrhundert aufgrund der Pest aufgegeben wurde.
Die Bevölkerung siedelte nach Kanfanar und in andere Dörfer um. Im Jahr 1714 verlegte auch das Kapitel der Kirche von Dvigrad seinen Sitz nach Kanfanar. [1]
Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Kanfanar durch den Bau der Bahnstrecke Divača–Pula und der Stichstrecke Kanfanar–Rovinj im Jahr 1876. Nach der Stilllegung der Bahnverbindung nach Rovinj erfolgte 1966 die verkehrstechnische Anbindung an das Straßennetz durch den Ausbau der Straße nach Rovinj. Besondere Bedeutung erlangte der Ort durch den Bau des „Istrischen Y“ im Jahr 1999, da er in unmittelbarer Nähe eines großen Verkehrsknotenpunkts sowie des Zusammenflusses der westlichen und östlichen Autobahnäste liegt. In den Jahren 2005 und 2006 wurde dort eine Tabakfabrik errichtet, die von Rovinj hierher verlegt worden war. [1]
Die Gegend um Kanfanar ist für ihren großen Steinbruch bekannt, der seit der Zeit des Eisenbahnbaus in Betrieb ist. Der dort gewonnene Stein zählt zur Kategorie des harten Kalksteins und gilt als der bekannteste Bau- und Architekturstein Istriens.
Am 9. Februar 1944 ließen die Nationalsozialisten auf dem Hauptplatz von Kanfanar den damaligen Pfarrer Marko Zelk – nach dem der Platz heute benannt ist – nach einem Schauprozess hängen. [1]
Verkehr
Kanfanar verfügt über einen Autobahnanschluss zur in Nord-Süd-Richtung führenden istrischen Magistrale A9 sowie zur hier abzweigenden und nach Matulji bei Rijeka führenden Autocesta A8. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Staatsstraßen 75 und 303, die Bezirksstraßen 5076, 5077 und 5097 sowie die Kreisstraßen 50101, 50102, 50128 und 50131.
Die Gemeinde besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Divača–Pula. Dieser war bis 1966 Abzweigbahnhof für die Bahnstrecke Kanfanar–Rovinj. Ein Anschluss an die im Jahre 1902 eröffnete schmalspurige Lokalbahn Triest–Parenzo („Parenzaner Bahn“) unterblieb, weil der geplante Streckenabschnitt Poreč–Kanfanar nie gebaut wurde. [1]
Sehenswürdigkeiten im Gemeindegebiet
Eine Besonderheit im Gemeindegebiet von Kanfanar sind mehrere aus Trockenmauerwerk gefertigte Kažuni – bis zu 30 Quadratmeter große, runde Steingebäude mit einer Decke aus einem Kraggewölbe. Sie dienten als Unterstand an Feldern und Weingärten. Die Hauptsehenswürdigkeit im Gemeindegebiet von Kanfanar ist die Geisterstadt Dvigrad - sie ist eine auf den Resten einer prähistorischen Siedlung errichtete und seit dem Jahr 1631 verlassene Ruinenstadt im Draga-Tal. [1]
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Sakralbauten in und um Kanfanar:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Ruinenstadt Dvigrad - Geisterstadt nordwestlich von Kanafanar;
- Kažuni - Unterstand an Feldern und Weingärten;
- Basilika der heiligen Sophie - sie wurde im 5. oder 6. Jahrhundert auf dem höchsten Plateau Dvigrads errichtet. Ihr heutiges Aussehen erhielt die dreischiffige Basilika mit drei Apsiden in der Romanik (13. Jahrhundert);
- Marienkirche Madonna am See - innerhalb eines kleinen Friedhofs unterhalb der Ruinenstadt Dvigrad steht die im 14. Jahrhundert erbaute gotische Marienkirche Madonna am See. Im Presbyterium des vierseitigen Steinbaus sind Fresken des „Bunten Meisters“ zu sehen;
- St. Agatha - Kirche der heiligen Agatha;
- St. Elija - die kleine Sankt-Elija-Kirche steht in vergleichsweise unzugänglichem Gelände zwischen Kanfanar und Korenići und geht auf einen romanischen Ursprungsbau zurück. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Sakralbau aufgegeben. Aktuell bemüht sich eine lokale Kulturvereinigung um ihren Erhalt;
- Kirche St. Silvester - in Kanfanar;
St. Agatha
An der Straße nach Vidulini steht die Kirche St. Agatha, die älteste Kirche im Gemeindegebiet von Kanfanar. Es wird vermutet, dass sie Ende des 10. Jahrhunderts erbaut worden ist.
Der einschiffige mit Natursteinplatten gedeckte Steinbau mit einer viereckigen Außenapsis ist im Inneren mit Fresken aus dem 11. Jahrhundert geschmückt, die unter starkem byzantinischem Einfluss stehen. [1]
St. Silvester
Die ab dem Jahr 1695 auf dem Fundament einer kleineren Kirche erbaute Kirche St. Silvester (Crkva sv. Silvestra) in Kanfanar hat drei Altäre. Der Hauptaltar ist dem heiligen Silvester und der heiligen Sophia geweiht, der kleinste Altar dem heiligen Antonius von Padua. Die Kanzel gehörte einst zum Mobiliar der Basilika in Dvigrad. Der 25 Meter hohe Glockenturm wurde 1732 gebaut und hat drei Glocken.
In St. Silvester werden heute die erhalten gebliebenen liturgischen Gegenstände aus der Kirche von Dvigrad sowie die Kopie des Turiner Grabtuches – einer der bedeutendsten Reliquien des Christentums – verwahrt. [1]
Ruinenstadt Dvigrad
Dvigrad ist eine alte, verlassene Stadt in Istrien, deren Entstehungszeit auf das 9. Jahrhundert n. Chr. datiert wird. Die Ruinen dieser Stadt in Kroatien sind für viele Besucher von großem Interesse. Das Gebiet in dem Dvigrad liegt, war bereits in vorgeschichtlicher Zeit, in der Römerzeit und im Mittelalter besiedelt. Der Ortsname wurde erstmals im Jahr 1096 in einer Urkunde des Patriarchen von Aquileia erwähnt. Besonders bekannt ist natürlich bis heute das als Ruine erhaltene Dvigrad, welches im 17. Jahrhundert aufgrund der Pest aufgegeben wurde. Die Bevölkerung siedelte nach Kanfanar und in andere Dörfer um. Im Jahr 1714 verlegte auch das Kapitel der Kirche von Dvigrad seinen Sitz nach Kanfanar.
Weitere Informationen zur Ruinenstadt Dvigrad in Istrien finden Sie hier....!
Tipps:
Weitere touristische Informationen:
Tourismusverband Kanfanar
Touristische Gemeinschaft Kanfanar
Trg Marka Zelka 3,
52352 Kanfanar
Kroatien
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Quellenhinweis:
1.: Die Informationen zur Geschichte von Kanfanar basieren auf dem Artikel Kanfanar (Stand vom 21.06.2025) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Sankt-Elias-Kirche in Kanfanar (Croatia) - Autor: Florean Fortescue" - "Abzweigung nach Kanfanar - Autor: Javier Losa" werden unter der Creative Commons - Attribution 3.0 Unported veröffentlicht.
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Bahnhof in Kanfanar; Kažun als Eckbegrenzung in einer Trockenmauer nahe dem Friedhof in Kanfanar; Kirche der heiligen Agatha; Kažun (III), südlich der A8; (4 Fotos) - Autor: ANKAWÜ" werden unter der Creative Commons - Namensnennung-Share Alike 4.0 International Deed (CC BY-SA 4.0) veröffentlicht.





